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11a Die Studenten

Das Wartburgfest, eine studentische Zusammenkunft auf der Wartburg im Oktober 1817, sollte an das Reformationsjahr (1517) und die Völkerschlacht bei Leipzig (1813) erinnern. Das Fest demonstrierte zugleich den Willen, die Einheit Deutschlands herbeizuführen. Neben patriotischen Reden und Turnspielen kam es zur Verbrennung von Schriften, die der nationalen Idee entgegenstanden. Einerseits förderte das Fest die Ausbreitung der Burschenschaft, andererseits forcierte es Restriktionen, die be- sonders von der preußischen Regierung ausgingen. Die ungestüme Art und die Verbrennungen von Schriften missfielen Görres, doch hielt er ebenso die Machtdemonstration der Regierung für unangebracht. Er stellte die These in den Raum, dass das Fest ein willkommener Anlass sei, um Stärke zu demonstrieren. Die Ereignisse seien nur wichtig gemacht worden. »Statt in besonnener Ruhe die Sache zu nehmen, […] zu loben, was des Lobes würdig war, und [zu kritisieren] was missfiel [...], ließ man sich durch den ersten Eindruck und das Geschrei der verletzten Eitelkeit beherrschen, füllte die Welt mit Anklagen [...], stellte Untersuchungen an [...] und weckte so zuerst die Idee großer Wichtigkeit in den jungen Leuten.« Die Jugend, die ihre Kraft nicht einschätzen könne, werde leichtsinnig herausgefordert, wodurch eine gefährliche Situation entstanden sei. Dies könne man den Burschen nicht zum Vorwurf machen, denn sie müssten erst lernen, sich in Mäßigung zu üben. Ihnen fehle das Verständnis für das langsame Werden der Dinge. Der Idealismus, ein wichtiger Teilaspekt des Gemeinwesens, dürfe niemals allein stehen: Eifer und Tatkraft machen Sinn, doch nur in der Kombination mit der »Weisheit der Alten«.