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9b Die Befreiungskriege

In Folge des Militärbündnisses zwischen Preußen und Frankreich waren hochrangige Gegner einer Zusammenarbeit nach Russland emigriert. Hier erkannte man, dass eine Rückdrängung Napoleons die Mobilisierung der Bevölkerung voraussetzen würde. Nachdem Freiherr vom Stein (1757-1831), in St. Petersburg weilend, den Zaren überzeugen konnte, in Anbetracht der Katastrophe des Russlandfeldzuges den Krieg nach Westen fortzutreiben, unterzeichneten in Tauroggen der preußische General Ludwig von Yorck und der russische Graf Diebitz einen Neutralitätsvertrag. Nur einen Tag später, am 31. Dezember 1812, schieden die Preußen aus der Grande Armée aus. Die Konvention zu Tauroggen war ohne Zustimmung des preußischen Königs vereinbart worden. Mit dem Fortschreiten der Armee nach Westen wurde die patriotische Stimmung zunehmend angeheizt. Während der König und seine Regierung noch zögerten wurden sie durch prorussische und antinapoleonische Veröffentlichungen zum Handeln gedrängt. Als der König sich entschloss, die nationale Bewegung in seinem Sinne aufzugreifen, sah er sich veranlasst, selbst von den publizistischen Organen Gebrauch zu machen. Der königliche Aufruf freiwillige Jäger-Detachements zu bilden zeitigte großen Erfolg: 50.000 wurden aufgehoben. Handwerker, Arbeiter, Studenten und Schüler bildeten Landwehr- und Landsturmabteilungen. Die Namen der Freiwilligen erschienen in der Presse. Aufrufe zu Sach- und Geldspenden, sollten der Heeresausrüstung dienen. Die Publizistik hatte die Bevölkerung dermaßen mobilisiert, wie es in der deutschen Geschichte nie zuvor der Fall gewesen war.