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2a Die Kirche

Die katholische Kirche hatte sich in der Zeit zwischen Reformation und Revolution mit komplexen Problemen auseinanderzusetzen: 1. Die päpstliche Autorität wurde noch immer in Zweifel gezogen, der Konziliarismus war bestrebt, die Kirche auf die Bischöfe zu fokussieren. Geistliche Herren versuchten, ihren Einfluss zu wahren, während die Territorialstaaten ihre Gebiete bedrohten. 2. Die Wissenschaft war zu einer neuen Herausforderung geworden. Zuvor hatte allein die Kirche den Anspruch erhoben, die Welt zu erklären. Nun war die empirische Methode die allein vernünftige Methode der Welterschließung. Zwei Reaktionen resultierten: 1. Dem Orden der Jesuiten fiel die Aufgabe zu, die Zugehörigkeit zur Kirche durch Argumente zu begründen. Überzeugung sollte die bewusste und freiwillige Teilnahme am Leben der Kirche sicherstellen. Durch wissenschaftliche Ausbildung wollten die Jesuiten dialogfähig werden, so dass die Fortentwicklung der Wissenschaft nicht zwangsläufig eine Entfremdung bewirken würde. 2. Die Kirche verstärkte die Möglichkeiten der emotionalen Anbindung durch barocke Ausdrucksformen. Die Kirchenleitung versuchte, wie es die welt- lichen Herrscher taten, Machtfülle und Wichtigkeit durch diverse Ausdrucksformen der Kunst zu unter- streichen. Die Identifikation mit einer Überzeugung konnte gefestigt werden, soweit Emotionen und Verstand verbunden wurden.